Kurzumtrieb zur Biomasseerzeugung in Vorau

Biomasseerzeugung

Holz muss somit nicht unbedingt aus dem Wald kommen. Beim sogenannten „Kurzumtrieb“ werden landwirtschaftliche Flächen mit schnellwachsenden Baumarten bepflanzt. Bei dieser neuen Form der Energieholzproduktion macht man sich sowohl das rasche Jugendwachstum von Laubbaumarten wie Pappeln, Weiden, Birken, Erlen, Kastanien und Robinien zunutze, als auch ihre Fähigkeit, nach der Ernte wieder aus dem Stock auszutreiben. Das Prinzip dafür lautet: Einmal pflanzen, mehrmals ernten. Die Flächen werden je nach Standort und Baumart alle zwei bis sieben Jahre geerntet. Die hohe Stockausschlagsfähigkeit der Bäume garantiert bis zu 20 Jahre lang anhaltend gute Erträge. Derzeit werden fast ausschließlich eigens gezüchtete Pappeln und Weiden für die umweltfreundliche Energieproduktion verwendet.

 

Ertrag und Energieinhalt

Die jährlichen Hackguterträge schwanken je nach Standort und Kulturart zwischen sieben und 20 atro Tonnen (0 % Wassergehalt) pro Hektar und Jahr. Das entspricht im erntefrischen Zustand einem Volumen von 45 bis 150 Schüttraummeter. Lufttrockenes Hackgut mit einem Wassergehalt von 20 % hat einen Heizwert von 3,8 kWh/kg, während der Heizwert von erntefrischem Hackgut um mehr als 50 % darunter liegt. Um das Hackgut effizient zu nutzen, sollte es nach der Ernte getrocknet werden. Der Zeitraum zwischen den einzelnen Ernten hängt vom Standort und der gewünschten Qualität des Endproduktes ab. Der Wassergehalt des Hackguts spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

 

Zweijähriger Umtrieb

Der zwei- bis dreijährige Kurzumtrieb eignet sich für Flächen größer als zwei Hektar mit einer Hangneigung unter 15 %. Die kurzen Ernteintervalle von bis zu drei Jahren ermöglichen hohe Pflanzzahlen von 16.000 Steckhölzern bei Weiden und 8.500 bei Pappeln. Einer leistungsfähigen, kostengünstigen und arbeitsextensiven Erntetechnik mit adaptierten Maishäckslern steht ein Endprodukt minderer Qualität gegenüber. Das bei der Ernte anfallende Hackgut hat, neben einem hohen Rindenanteil, einen Wassergehalt von 55 bis 60 % und kann somit ausschließlich in Biomasseheizwerken direkt verheizt werden. Damit scheidet es für die Verbrennung in Hackgutanlagen ohne vorangegangene Trocknungsmaßnahmen aus.

 

Fünf- und mehrjähriger Umtrieb

Wer das produzierte Hackgut ohne vorangegangene technische Trocknungsmaßnahmen in Hackgutanlagen verheizen möchte, der muss die Ernteintervalle auf mindestens fünf Jahre erhöhen. Die Pappel erreicht im fünften Wuchsjahr eine Höhe von 16 Metern und ist an der Basis bis zu 30 Zentimeter dick. Damit die Bäume sich nicht gegenseitig konkurrenzieren, wird die Pflanzzahl auf 1.000 bis 2.000 reduziert. Die Bäume werden, wie in der herkömmlichen Forsttechnik, spätestens bis Ende des Winters geerntet und abseits der Fläche zwischengelagert und luftgetrocknet. Beim Hacken im Spätsommer erreicht das Hackgut auf natürliche Weise einen Wassergehalt von unter 25 %, womit auch gleichzeitig die Lagerfähigkeit gegeben ist.

 

Vorteile für den Landwirt

  • eigene Energieerzeugung
  • gute Erträge bei geringem Arbeitsaufwand
  • hohe Deckungsbeiträge möglich
  • produktive Bewirtschaftung von Grenzertragsböden und Stilllegungsflächen

 

Wie kann die Biomasse aus dem Kurzumtrieb verkauft werden.

Es gibt einige lokale Käufer, welche nicht nur eine Betreuung von Kurzumtriebsflächen, sondern auch längerfristige Abnahmeverträge der Biomasse als verlässlicher Partner anbieten. Dadurch ergeben sich folgende Vorteile:

  • Verlässliche Vertragspartner
  • Starthilfe pro angepflanztem Hektar möglich
  • Langfristige Abnahmegarantie
  • Indexierte jährliche Preissteigerung
  • Langfristig kalkulierbares Einkommen das nicht den Schwankungen des Weltmarktes unterliegt