So steigert man den Photovoltaik-Eigenverbrauch

PV-Solutions

In der Vergangenheit stand bei Photovoltaik-Anlagen die durch die Einspeisevergütung resultierende Rendite im Vordergrund. Mit sich ändernden Förderrichtlinien und fallenden Anlagenpreisen wird die Rendite einer Photovoltaik-Anlage durch Eigenverbrauch des Solarstroms immer besser und der Renditevorteil Jahr für Jahr größer. Die Kosten einer gut ausgelegten Photovoltaikanlage eines Haushalts kann man dadurch bereits in 6 Jahren erwirtschaften. Daher lohnt es sich neue oder bestehende Photovoltaik-Anlagen so auszustatten, dass ein höchstmöglicher Eigenverbrauch erreicht werden kann.

 

Folgende Schritte können hierbei einen Beitrag leisten:

 

  1. Stromverbrauch feststellen

Um den Strom der Photovoltaikanlage gut nutzen zu können, muss man den eigenen Stromverbrauch kennen. Es reicht hierbei ein Ablesen der Jahresstromrechnung.

  1. Stromfresser identifizieren

Im nächsten Schritt gilt es, die wichtigsten Stromverbraucher, deren Verbrauchsverhalten (sprich: Einschaltzeitpunkt) variiert werden kann, aufzuzählen. Die großen Stromfresser im Haushalt sind: Waschmaschine, Wäschetrockner, Geschirrspüler, E-Boiler, Wärmepumpe, Klimaanlage, Pumpen. Beleuchtung und Kühlschränke zählen ebenfalls zu den großen Stromverbrauchern im Haushalt. Allerdings können hier die Einschaltzeitpunkte nur bedingt variiert werden.

 

  1. Verbrauchsprofil feststellen

Hier stellt sich die Frage, wann der Strom gebraucht wird. Ein Verbrauchsprofil gibt hier Aufschluss. Es gibt viele Möglichkeiten Ihr Verbrauchsprofil zu ermitteln. Eine einfache Variante ist es, den Stromzähler morgens, mittags und abends für mind. eine Woche abzulesen (idealerweise noch öfter). Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen Verbrauchszähler zu installieren und diesen mit einem Endgerät zu visualisieren (kann bei einem guten Photovoltaikplaner ausgeliehen werden).

 

  1. Photovoltaik-Anlage richtig dimensionieren

Viele 5 kWp-Anlagen eines Haushaltes verbrauchen weniger als 30% des erzeugten Sonnenstroms selbst. Durch kleiner dimensionierte Anlagen kann der Eigenverbrauch ohne teure Batterien auf 60% verdoppelt werden. Grundsätzlich gilt daher, das kleinere Anlagen wirtschaftlicher sind. Der individuelle Einsatz der im Punkt 2 ermittelten Geräte trägt wesentlich dazu bei, dass der selbst produzierte Strom auch genutzt werden kann. Wenn es die Umstände zulassen, ist es sinnvoller den Geschirrspüler oder die Waschmaschine untertags einzuschalten.

Auch ist es sinnvoll, dass die Dachausrichtung und demnach der Zeitpunkt der Stromerzeugung auf den Verbrauch abgestimmt werden (Maximierung des Eigenverbrauchs vor Maximierung des Jahresertrages).

 

  1. Optimierung der Photovoltaik-Anlage

 

Über sogenannte Smart Home-Lösungen hat ein Photovoltaik-Betreiber einen Überblick über sämtliche Energieflüsse im Haushalt und kann dadurch den Solarstrom bestmöglich nutzen, ohne, dass man das Verhalten anpassen muss. Insbesondere können steuerbare Verbraucher, wie z. B. die Waschmaschine oder E-Patronen, beispielsweise automatisch über Funksteckdosen aktiviert werden.

Eine weitere Möglichkeit, den Eigenverbauch zu steigern, ist es, eine Wärmepumpe als Verbraucher und thermischen Speicher zu nutzen.

Neben der direkten Verbrauchsoptimierung lässt sich der Eigenverbauch auch durch Batteriespeicher erhöhen. So kann der untertags produzierte Strom gespeichert und bei Bedarf wieder abgegeben werden.

 

Ziel sollte es somit sein, dass der Solarstrom-Eigenverbrauch eines Haushaltes auf mindestens 60% erhöht wird, da sich dadurch die Anlagen innerhalb von wenigen Jahren zurückzahlen. In Vorau besteht für die Erhöhung des Solarstrom-Eigenverbrauchs bereits viel Know-how. So wurde beispielsweise die Photovoltaikanlage des Vorauer Kühlhauses optimiert. Die Speicherung von Sonnenstrom erfolgt hierbei in Form von Kälte, indem die Tiefkühltemperatur einfach bei Vorhandensein von ausreichend Sonnenstrom um einige Grad weiter abgesenkt wird. Dies wird durch ein sogenanntes Lastmanagementprogramm sichergestellt. Auch wurde beim Impulszentrum der Sonnenstrom-Eigenverbrauch optimiert.

 

Kostenlose Beratung zur Eigenverbrauchssteigerung bei:DI (FH) Angelika Allmer-Glatz (Impulszentrum 1, A-8250 Vorau, tel: +43 3337 41 10-152, impulszentrum@iz-vorau.at)